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Beim zweiten W-Talk analysierte der Politikwissenschaftler Ali Fathollah-Nejad (PhD) die Machtstrukturen des iranischen Regimes, die Rolle der Revolutionsgarden und die begrenzten Handlungsoptionen des Westens. Die Diskussion im vollbesetzten Auditorium des FIEGE X-Docks zeigte: Europa sollte weniger auf Beschwichtigung setzen – und stärker auf gezielten Druck gegen Machtelite und Oligarchie.
Der zweite W-Talk widmete sich der Frage, wie der Iran die Welt herausfordert. Im Gespräch mit dem Leiter des Ressorts Weltwirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Dr. Christoph Hein, analysierte der Iran-Experte Ali Fathollah-Nejad das iranische Regime als theokratisch legitimierte Oligarchie mit mafiösen Machtstrukturen. Die Revolutionsgarden seien „keine nationale Armee, sondern eine Armee des Regimes”.
Referent

Ali Fathollah-Nejad (PhD), ist ein deutschiranischer Politologe und Autor mit Schwerpunkt Naher/Mittlerer Osten, westlicher Außenpolitik und globaler Ordnung. Zuletzt erschien von ihm „Iran – Wie der Westen seine Werte und Interessen verrät”. Er ist Gründer und Direktor der Denkfabrik Center for Middle East and Global Order (CMEG). Als Fellow der Hertie School lehrt er Nahost-Politik und internationale Sicherheit. Zuvor unterrichtete u.a. an Universitäten in Doha, London und Berlin. Fathollah-Nejad ist ein gefragter Analyst für deutsche Medien wie etwa „Markus Lanz”, das ZDF heute-journal oder den Deutschlandfunk. Oder auch international etwa bei CNN oder BBC zu sehen. Außerdem schreibt er regelmäßig für F.A.Z. Weltwirtschaft.
Mit-Initiator Jörg Heithoff begründete den W-Talk als Format für persönlich geführte, faktenbasierte Debatten: „Wir wollen unaufgeregt ein bisschen genauer hinsehen.” Dr. Christoph Hein betonte den Anlass des Abends: „Alle reden über Trump. Über den Iran wissen wir viel zu wenig.” Auf die Frage, was Deutschland und Europa tun könnten, plädierte Fathollah-Nejad für gezielteren Druck: Man könne „die gezielten Sanktionen gegen die Machtelite” verstärken und müsse die iranische Oligarchie auch in Europa stärker in den Blick nehmen.
Gastgeber Dr. Hugo Fiege betonte, dass geopolitische Krisen längst konkrete Folgen für Unternehmen haben: Globale Lieferketten müssten „resilienter werden”. Nicht nur für ein internationales Logistikunternehmen sei dies keine theoretische, sondern eine tägliche Herausforderung
Der Politologe Fahollah-Nejad warnte vor einer in Deutschland verbreiteten Fehldeutung der aktuellen Lage nach dem Konflikt des Iran mit den USA und Israel: Hier sehe man den Iran teilweise als „Sieger”. Aber: „Survival is not strength”, so Fathollah-Nejad. Das Überleben des Regimes bedeute nicht, dass es stabil oder stark sei. Entscheidend sei die „unüberbrückbare, irreversible Kluft zwischen Staat und Gesellschaft in Iran”.



